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Auf Reisen mit dem Kochlöffel von Arthurs Tochter

Ein Löffel geht auf die Reise. Verrückt. Weltbekannt. Prominent.

Astrid hat einen wunderschönen Wettbewerb ausgerufen bei dem ein Kochlöffel auf Reisen gehen darf, per Zufall kam ich in Besitz eines solchen Kochlöffels und habe ihn auf eine kleine Reise mitgenommen. Somit bewerbe ich mich in diesem Kochlöffelwettbewerb für die Kategorien 2 (Kochlöffel an einem berühmten Ort) und Kategorie 4 (Lügengeschichte)

Mein Beitrag zur Kategorie 1
Meine Reise führte nach Italien, in eines der wunderbarsten Häuser Europas, wenn nicht gar der ganzen Welt! Ich und der Kochlöffel besuchten das Teatro alla Scala in Mailand! (Wikipedia) Gemeinsam lauschten wir der Filarmonica della Scala unter der Leitung von Philippe Jordan. Gespielt wurden 2 Stücke von Brahms und Bartok (Programm)

Teatro alla Scala, der Kochlöffel in der Pause

Teatro alla Scala, der Kochlöffel in der Pause

Ich muß gestehen, ich habe mich nicht getraut den Kochlöffel offensiv auszubreiten und darzustellen. Ich habe da wirklich Hemmungen, darum habe ich die Fotos klammheimlich gemacht in der Hoffnung das es niemand sieht 🙂 Meine weiteren Fotos des Abends in der Scala und mit Kochlöffel finden sich bei Flickr.

Mein Beitrag zur Kategorie 4 – eine Lügengeschichte mit dem Kochlöffel von Arthurs Tochter

Ich habe gerade den Kochlöffel ausgepackt und wollte beginnen einige Aufnahmen dieses kuriosen Küchengerätes in einem der fantastischsten und berühmtesten Opernhäuser dieser Welt zu machen, da geschah das unglaubliche!
Just in dem Moment als der Dirigent sein Orchester zur Ruhe und Konzentration mahnen will und dafür mit dem Taktstock auf sein Dirigentenpult klopfte, konnte jeder Konzertbesucher deutlich hören was da vorne gerade passierte.
Statt einem Tacktacktacktacktack drang ein deutliches, sehr unharmonisches tacktacktackkrrrks an unsere Ohren.
Tatsächlich, der Taktstock des Weltdirigenten war exakt in der Mitte zerbrochen, mit einem hauchfeinen tzzzwinnnnng hörte man wie die Taktstockspitze sanft auf dem Boden aufschlug.
Ein leises raunen ging durch die Menschenmenge, welches sich aber sofort wieder beruhigte, denn jeder wollte sehen wie der Dirigent wohl auf dieses Malheur reagieren würde.
Was wäre wohl das normalste in dieser Situation?
Vielleicht das der Dirigent noch einmal kurz den Konzertsaal verläßt um einen neuen Taktstock zu holen? Oder das er einen Ersatztaktstock aus seinem Dirigentenfrack oder dem Dirigentenpult hervorzaubert? Oder gibt es gar einen Dirigentendiener der flugs den Saal verläßt um aus der Dirigentengarderobe einen neuen Taktstock zu holen?
Klar, irgend wie so etwas ähnliches dachte sich jeder, aber es kam völlig anders …

Der Dirigent drehte sich um, schaute in die Menschenmenge auf den Sitzen, dann schweiften seine Augen weiter entlang den Rängen, immer weiter und weiter – dann blieb sein Blick hängen, gebannt starrte er in eine Richtung – zu mir!!
Der Dirigent fxierte mich, kniff die Augen zusammen und, das war deutlich zu sehen, er atmete schwer. Ich spürte wie langsam aber sicher die 1000 Köpfe der anderen Konzertbesucher dem Blick des Dirigenten folgten und sich zu mir hin drehten um mich ebenfalls anzustarren.
Ich fühlte mich unwohl, sehr unwohl um genau zu sein, ich fühlte mich erwischt, saß ich doch da, vor mir einen Kochlöffel liegend der so gar nichts in dieser Umgebung verloren hat, saß ich doch da mit einer Kamera in der Hand obwohl fotografieren doch strengstens verboten ist in diesem Hause.
Ich spürte wie die Konzertgäste anfingen in Gedanken auf mich zu schimpfen, offensichtlich gaben sie mir spontan die Schuld für das zerbrechen des Taktstockes und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten wie der Verzögerung des Konzertbeginnes.
So zerrannen die Sekunden, sie schienen nie enden zu wollen.
Doch dann, dann endlich ging alles ganz schnell.
Der Dirigent rief einige Sätze die ich nicht verstand, kam auf mich zugerannt, instinktiv umklammerte ich meinen Fotoapparat, Angstschweiß trat auf meine Stirn, die um mich herum sitzenden Menschen wichen von mir zurück, offensichtlich erwarteten auch sie ein zusammenstoßen des Dirigenten und mir.
Nach weiteren 10 Sekunden stand der Dirigent vor mir, sagte „Grazie“ griff beherzt zu und rannte zurück an sein Dirigentenpult.
Der ganze Saal entspannte sich, deutlich war das Tacktacktacktacktack zu hören und ein fantastisches Konzert nahm seinen Lauf.
So wurde aus Arthurs Tocher ihrem Kochlöffel ein Taktstock der in einem der schönsten und wohlklingendsten Häuser der Welt den Takt angeben durfte!

Beweisbilder:

Der Dirigent mit dem zum Taktstock umfunktionierten Kochlöffel von Arthurs Tochter

Detailansicht der oberen roten Markierung, in der deutlich zu sehen ist das der Dirigent den Kochlöffel von Arthurs Tochter zum dirigieren nutzt

Bildmaterial (die beiden unteren) von Nicolai Schäfer (Nize) via Wikipedia

4 Kommentare

  1. LIeber Thomas, was Du da gemacht hast, verschlägt mir die Sprache!
    Wahnsinn! Ich arbeite jetzt so nach und nach mal alle Einträge und Photos auf, aber das hier überwältigt mich! Dankeschön für diese tolle Geschichte!

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  2. Ja sauber! Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn. Ich habe auch ganz deutlich gesehen, dass der Dirigent den Löffel nutzt. Bravo!

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  3. Pingback: Da habe ich zufällig mit einem Kochlöffel im richtigen Topf gerührt und direkt gewonnen!!! | 25cl

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