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1971 Sinzheimer Frühmessler Riesling Spätlese

Mein zweiter Beitrag zur Weinrallye mit dem Thema Riesling Spätlese. Gastgeber dieser 43. Ausgabe der Weinrallye ist das Weinblog Weinkaiser, Regeln und Infos zur Weinrallye finden sich im Winzerblog.

Es geht hier zwar um einen badischen Wein, trotzdem sei zunächst ein Blick nach Franken erlaubt um einen Eindruck zu bekommen was 1971 für ein Jahrgang in Deutschland war. Aus Winzers Freud – Winzers Leid von Bernhard Weisensee, der fränkische Weinbau und seine Ernten in 1200 Weinjahren:

„Der Jahrtausenjahrgang  (nach Ferdinand Heß, Rödelsee). Anfang Dezember 1970 bis Mitte Januar 1971 lang anhaltendes Frostwetter. Mitte Januar bis Ende Februar milde Witterung. Nach umfangreichen Schneefällen bis in die zwiete Märzhälfte andauerndes Winterwetter. Schwache Schäden durch Winterfröste. Begünstigt durch das sommerlich warme Wetter im April und in den ersten Maiwochen setzte die Blüte in der ersten Junidekade ein. Sie verlief durch die Ungunstder Witterung sehr zögernd. Blütedauer 15 und mehr TAge. In mehr als der Hälfte der Gemeinden wurden Verrieselungsschäden festgestellt, die über der natürlichen Grenze eines Blütenabfalls von 10 % leigen. eine VErrieselung von 50 % wurden aus einem Zehntel der Weinbaugemeinden gebeldet. Beginn der Beerenreife nach dem 24. August. Im Sommer und Spätsommer erhebliche Trockenheit. Das langanhaltende sonnige und milde Herbstwetter begünstigte eine zeitige Reife der Trauben. So konnte die Lese allgemein früh beginnen und bei nahezu allen Sorten in den meisten Gemeidnen bereits Ende Oktober abgteschlossen werden. Der Durchschnittsertrag errechnet sich für alle sorten zusammen mit 46.1 hl/ha. Das durchschnittliche Mostgewicht lag bei 91,5 Grad Öchsle bei Weißmost und beim Rotmost bei 91 Grad Öchsle. Der Hektoliter-Erlös ab Kelter betrug beim Weißmost 288 DM und beim Rotmost 217 DM.

Das ist er also der Jahrtausendjahrgang. Ich gehöre nun nicht zu denjenigen der oft und immer wieder die großen teuren Weine hingestellt bekommt, in so fern kann ich nur von den normalen Weinen reden und da haben mich bei badischen Weinen bisher die 1971 bei weiten nicht so beeindruckt wie diverse Badener aus dem 1959er Jahrgang. Ob am Ende der 1971 Jahrgang überbewertet wird?

Mein Wein:
1971
Sinzheimer Frühmessler
Riesling Spätlese
Baden, Bereich Ortenau
Zentralkellerei Badischer Winzergnossenschaften Breisach (ZBW)

Sinzheimer Frühmessler

Farbe:
Von bernsteinfarben zu hellbraun, deutliches Orange.

Aroma:
Deutlich oxidative Noten welche die ursprüngliche Aromatik komplett verdecken, Walnüsse, Rosinen und Jute.

Geschmack:
Im Anfangsstadium einer Sherysierung, mittellanger Abgang, überrachendes weil völlig unerwartetes und darum um so schöneres lebendiges Süße-Säurespiel. Der Wein bleibt schön lange mit sanftem Druck auf der Zunge aber dann folgt ein doch sehr enttäuschender kurzer Schwanz.

Speisempfehlung:
Ich möchte diesen Wein nicht zum Essen geniessen, würde daher empfehlen ihn als Aperitiv in kleinen Gläsern beim Stehempfang anzubieten.

Fazit:
Alles in allem kann dieser Wein leider keine tollen Geschichten mehr erzählen, aber was erwartet man von einem 40 jährigen Wein? Oder was kann man erwarten von einem Wein aus einem Jahrtausendjahrgang? Ich glaube was oftmals unterschätzt wird ist die Tatsache das Weine die noch in Jahrzehnten getrunken werden sollen auch entsprechend gelagert werden müssen. Das jedoch geschieht mit solchen Genossenschaftsweinen eher selten! Es ist eher davon auszugehen das der Wein viele Male seinen Besitzer gewechselt hat, unzählige Male umgezogen ist und die letzten 15 Jahre irgenwo im Sperrmüllhaufen zugebracht hat. Ein Schicksal das einem Rheingauer Riesling mit güldenem Wappen doch meist erspart bleibt.

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